#02 Blick zurück auf 125 Jahre
Shownotes
Anja Knabenhans spricht mit Nicolas von der Weid, Präsident von pädiatrie schweiz, über die Entwicklung der Pädiatrie in den letzten 125 Jahre und über Wünsche und Herausforderungen in den kommenden Jahren.
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00:00:00: Mit Nikolas von der Weide rede ich über die Entwicklung der Kindermedizin.
00:00:03: Wir schauen zurück, wie es jetzt ist – zum Beispiel, weil sich Kindersterblichkeit massiv verändert hat.
00:00:09: und dann schauen wir noch Führerschein.
00:00:18: Wie soll ein von mir sitzt?
00:00:19: Der Nikola von der weide.
00:00:20: Er ist Präsident von Pediatrie Schweiz und er hat früher auch als Kinderonkolog und Hematologe gearbeitet.
00:00:27: Herr Von der Weid!
00:00:28: Wir reden heute über die Entwicklung der Kindermedizin und über die Frage, werdet die Kind heute anders krank?
00:00:35: Ich denke sie werden etwas anderes krank.
00:00:37: Tatsächlich in diesen hundertundzwanzig Jahren hat man eine wahnsinnige Entwicklung gehabt.
00:00:43: wenn man denkt an die Mortalität zum Beispiel im Kindesalter, im Neugeborenenalter, die hat wahnsinnig abgenommen.
00:00:49: das sieht man.
00:00:50: ich sage nicht kaum mehr aber fast nicht mehr.
00:00:55: Es sind natürlich jetzt viel mehr horchkulische Krankheiten aufgetreten, haben sich entwickelt.
00:01:02: Man kennt sie vielleicht auch besser und man diagnostiziert die auch besser.
00:01:05: also das ist dann auch die Rolle des Kinderarztes der Kinderärztin.
00:01:09: diese Rolle hat sich geändert.
00:01:11: natürlich über diese Zeit können wir vielleicht nachher noch ein bisschen das genau anschauen weil eben von der reinen Therapie ist man wirklich in Richtung Prävention, in Richtung Beratung der Familien gegangen.
00:01:26: Man hat eben diese Impfprogramme zum Beispiel entwickelt die wirklich Gameschangers waren.
00:01:31: Wenn jetzt Pediatrie Schweiz vierte als hundertfünfundzwanzig Jahre Jubiläum und wenn wir sie schon ein bisschen antun.
00:01:37: und jetzt gerade wenn wir zurück schauen verstehe ich das richtig dass eigentlich sehr viele Sachen auch mit den Rollen von den Kinderärztinnen Kinderärzte zusammenhängen und wie die arbeiten müssen.
00:01:47: Das stimmt.
00:01:48: Ich denke, einerseits kann man von den niedergelassenen Kinderärztinnen reden und andererseits von den Spitälern vielleicht, weil die Entwicklungen waren etwas anders.
00:02:01: Es gab immer Niedergelassene.
00:02:03: Und zwar sicher am Anfang sehr ... Leute, die eine breite Kenntnisse hatten und die ganze Pediatrie abgedeckt haben.
00:02:15: Aber mit der Zeit hat sich die Domäne so entwickelt, dass es nicht mehr möglich war in der Praxis alles zu tun oder alles abzudecken.
00:02:23: Man müsste Kinderspitäler bauen und man hatte wahnsinnige Entwicklungen gehabt in den letzten sogar zwanzig, dreißig Jahren.
00:02:32: Es sind viele neue Kinderspiehler gebaut worden.
00:02:36: Man muss sagen nicht nur einfach die Infrastruktur, aber auch die Kinderfreundlichkeit.
00:02:42: Die Familienfreundlichkeit dieser Häuser hat sich wahnsinnig entwickelt wenn man denkt dass am Anfang die Eltern ausgeschlossen waren oder das Kind eingeschlossen in sein Zimmer und niemand darum da auf ihn zu schauen nachzüber wahrscheinlich weinen usw.
00:03:00: Und jetzt hat man eben die Eltern tagsüber, nachts über dabei sein können.
00:03:05: Die sogar den Personal helfen gewisse Pflegemaßnahmen übernehmen ihre Kinder bis in den OP begleiten dürfen.
00:03:14: also ich glaube diese Kinderfreundlichkeit das ist etwas dass es nicht gab früher.
00:03:20: Wie ist denn dazu gekommen?
00:03:22: Wenn das schon so lange jetzt ein Prozess ist wie kann ich mir das vorstellen?
00:03:26: vor hundertfünf und zwanzig Jahren steht die Kindermedizin an sich so wie wir sie jetzt kennen.
00:03:32: Sie
00:03:32: war quasi inexistent.
00:03:34: Und am Anfang hatte man Kinder auf Erwachsenenabteilungen gemischt und das könnte man sich gar nicht mehr vorstellen, heutzutage.
00:03:44: Wie hat sich denn das entwickelt?
00:03:45: Das Bewusstsein oder auch das ist ein Engagement gewesen, dass wir gemerkt haben, wir müssen jetzt die Kindermedizin betreiben.
00:03:51: Wir müssen diese Bevölkerungsgruppe spezifisch anschauen.
00:03:54: Genau!
00:03:55: Genau, ich denke es ist ein bisschen so ein gesellschaftliches Problem oder Anliegen gewesen dass man das erlaubt.
00:04:04: Oder dass man eben diese Nähe des Kindes an seinen Eltern dann erlauben und bevorzugten und unterstützt eigentlich.
00:04:14: Also es gab Druck, ich denke aus der Bevölkerung sicher aus den Eltern Gruppen die sich auch entwickelt haben in dieser Zeit.
00:04:21: aber ich denke auch die Profis haben das gemerkt und nicht nur die Ärzte sondern auch die Pflege.
00:04:26: Die Pflege spielt eine wahnsinnige Rolle Pädiatrie in der Kindermedizin, weil eben die Kinder brauchen mehr Zeit.
00:04:33: Und das ist etwas, dass wir auch jetzt bei den politischen Versuchen zu erklären eine gewisse Intervention bei einem Kind ist nicht wie bei einem Erwachsenen, die braucht mehr Zeit.
00:04:43: man muss das Kind ausziehen wieder anziehen vielleicht weint sein Moment bevor man einsteigen kann und alles das.
00:04:52: ich glaube das sind Erkenntnisse die wieder Zeit gekommen sind natürlich fast selbstverständlich geworden sind.
00:05:00: Sie haben schon ganz viele Sachen eigentlich bemerkt, was sich verändert hat.
00:05:04: Dass es Kinder-Spitäler gibt spezifisch, dass man einen anderen Umgang hat und Eltern mitteilfen können, wie viel die emotionalen Komponenten mehr beachtet werden.
00:05:13: Hat sich rein medizinisch bei den Arbeitsweisen auch etwas verändern?
00:05:17: Also das hat sich massiv verändert!
00:05:20: Wenn ich eben an die Spitalmedizin denke jetzt, man hat eine Entwicklung gehabt in den Spezialitäten oder wie ich am Anfang gesagt habe der ursprüngliche Pediatur deckt alles ab.
00:05:32: Vom Neugeborenen bis zum Achtzehnjährigen vom akut Krankenkind bis zum chronisch kranken Kind etc.. Es ist klar geworden, ich denke es ist auch allmählich gekommen, aber klar geworden in den letzten dreißigvierzig Jahren das wie der Wachsenmedizin eigentlich Subspezialitäten braucht.
00:05:53: Kardiologie, Pneumologie, Onkologien für mich zum Beispiel Diabetologie.
00:05:59: Man braucht auch für Kinder Spezialisten eigentlich.
00:06:03: Und das hat sich entwickelt.
00:06:04: die meisten Arbeiten dann in den Spitälern, es gibt Ausnahmen natürlich ein Pneumolog kann auch in einer Praxis arbeiten, Neurologe auch aber zum Beispiel einen Onkolog der braucht eine Infrastruktur im Spital die eben nur da in größeren Spitälen sogar vorhanden ist.
00:06:22: Diese Entwicklung der Spezialitäten finde ich sehr, sehr eindrücklich.
00:06:25: Das muss auch von pädatrischen Weizen unterstützt werden über diese Zeit oder es ist etwas das wirklich exponentiell gewachsen ist in den letzten, würde ich sagen eben, vierzig Jahre.
00:06:36: Sie sind ja Onkolog und haben erwähnt, dass zum Beispiel das Thema Kindersterblichkeit sich massiv verändert hat.
00:06:42: Könnten Sie das am Beispiel der Onkologie vielleicht einmal erläutern?
00:06:45: Ich denke, ein gutes Beispiel gilt auch für andere.
00:06:49: Zubspezialitäten eben aber natürlich, Krebskrankheiten sind grundsätzlich dödlich.
00:06:53: Das heißt wenn man keine Therapie hat und keine Behandlungsmöglichkeit dann sterben alle Kinder.
00:06:58: D.h.,
00:06:58: die Mortalität ist unter Prozent und das war so im Nerze in Null eins als eben Pediatrie Schweiz Schweizerische Gesellschaft für Pediatrie damals genannt oder gegründet wurde.
00:07:09: Also das war eine hundertprozentige, man konnte kein Kind mit einer Krebserkrankung retten und heutzutage sind ja auf neunzig Prozent plus minus, neunzig Prozent Heilungsraten ein bisschen abhängig von den von den Krankheiten natürlich aber insgesamt also man sieht natürlich den Fortschritt über diese Jahre Und dass ist ich glaube dank dieser Spezialisierung natürlich.
00:07:34: Man muss auch sagen vielleicht, dass Kinderkrankheiten oder schwere Kinderkrankeiten sind relativ selten.
00:07:41: Und wir sind ein kleines Land und sind zum Glück nicht so viele Kinder mit einer Krebserkrankung in der Schweiz.
00:07:47: Es sind etwa dreihundert Neue pro Jahr.
00:07:50: Das ist nicht extrem viel.
00:07:51: das heißt sehr rasch haben wir als Onkologen und es gilt eben für die Diabetologen für viele viele chronische Krankheiten müssten wir vom Anfang an zuerst national uns vernetzen, aber dann auch natürlich international.
00:08:08: Weil eben kleine Schweiz genügt nicht um wirklich Fortschritte zu machen und ich denke das ist auch eine Besonderheit der Kindermedizin dass man bei seltenen Krankheiten sich sehr früh eigentlich vernetzt hat und diese Vernetzung wurde durch die Gesellschaft unterstützt und gefördert auch finanziell zum Teil.
00:08:30: Man hat eben Schwerpunkte entwickelt.
00:08:33: oder in der Weiterbildung nach der Weiterbildung zum Kinderarzt, hat man die Möglichkeit diese Weiterbildung und diese Schwerpunkten zu entwickeln sind noch drei Jahre.
00:08:43: mehr oder die Mandan mit einer Prüfung auch abschließt.
00:08:47: Und das sind Entwicklungen, die extrem wichtig waren und die wir unterstützt haben.
00:08:53: Wir haben diese Weiterbildungsreglemente entwickelt, wir haben die Prüfungsreglementen entwickelt und sind jetzt für die Zukunft auch am überlegen wie es weitergehen soll – Punkto Weiterbildung und Fortbildung.
00:09:07: Kann man generell etwas sagen zu den Kindersterblichkeiten in der Schweiz?
00:09:12: Die ist etwa hundertmal zurückgegangen.
00:09:17: Oder ein gutes Beispiel sind vielleicht diese Impfungen, ich weiß im Publikum in der Öffentlichkeit diskutiert man viel über die Prost- und Kunst der Impfungen.
00:09:29: Es ist eine gute Diskussion denke ich, die man führen muss als Kinderärztin oder Kinderarzt auf dem gesellschaftlichen Level aber auch individuell mit jeder Familie, mit jedem Elternteil sogar.
00:09:42: manchmal muss man das ansprechen diese Ängste hören zuerst und dann besprechen klären.
00:09:50: Weil ein Beispiel einer der letzten Impfungen die entwickelt wurde ist diese Impfung gegen den RSV diesen respiratorischen Virus dass im Winter die Bronchiolitis bei diesem jungen Babys verursacht.
00:10:05: Da hat man mit der Einführung, also zwei Jahre alt oder?
00:10:09: Hat man wirklich eine drastische Veränderung des Bildes gesehen.
00:10:14: Also eine massive Verminderung der Randzahl kranker Kinder.
00:10:18: Der Randzahl hospitalisiert den Kindern wegen der Erkrankungen und natürlich ist es schwieriger weil die Sterblichkeit dieser Erkannung war relativ tief.
00:10:30: Aber ich denke, wir werden auch sehen dass wahrscheinlich keine Kinder mehr mindestens bei den Geimpften an die Krankheit sterben wird.
00:10:38: Und das ganze Leiden oder dass sie ihre Kinder haben wenn man sich sieht auf diesen Abteilungen und man kann nicht sehr viel anbieten oder?
00:10:48: Therapie ist Tenderlovin Care oder bei der Bronchiolitis ein bisschen Sauerstoff usw.
00:10:53: gute Hydrierung aber eigentlich keine Behandlung keine grausale Behandlung.
00:10:58: Und deshalb, wenn man sie vorbeugen kann wieder vorbeugeln besser als heilen das macht total Sinn.
00:11:06: also das war ein Gamechanger.
00:11:08: es gibt andere Impfungen die sich entwickelt haben auch in den letzten in der letzten Dekade.
00:11:15: vielleicht denken diese HPV-Impfung das ist dieses Papillomavirus dass eben Mutterhalbskrebs Verursacht eigentlich später, oder?
00:11:25: Also Gebärmutterhalskrebs.
00:11:27: Gebärmuterhals Krebs.
00:11:29: Oder also neunzig Prozent dieser Erkrankungen sind durch diese Viren verursacht.
00:11:34: und wenn man eben jetzt unsere Jugendlichen schützen kann... Zuerst waren die Mädchen an der Front, aber jetzt weiß man und muss auch die Knaben dagegen impfen.
00:11:45: Wenn man das macht, dann reduziert man auch die Inzidenz, dass sie die Frequenz, die Häufigkeit dieser Krebsharte massiv oder... Das ist wieder so eine Erkenntnis, die vielleicht wichtig ist zu kennen weil das höht man nicht unbedingt immer in den Medien
00:12:05: Und das ist eine schleichende Entwicklung der Kindermedizin, die wir als einzelne Älter nicht mitkriegen.
00:12:11: Aber sie als Pediater natürlich sehr klar können Überblick haben.
00:12:16: Genau und ich denke es ist auch eine Rolle der Gesellschaft in die Öffentlichkeit zu gehen diese Neuen Erkenntnisse auch in die öffentliche zu bringen zu erklären, warum sollte man das tun?
00:12:29: Warum nicht.
00:12:30: Und hier am Beispiel dieser Krebserkrankung ist keine Kinderkrebserkrankung.
00:12:34: Das ist wirklich etwas, was sich eben so schleichend entwickelt mit Jahren, Jahrzehnten sogar und erst dann bei jungen Frauen wirklich kritisch.
00:12:44: werden kann.
00:12:46: Und wenn man eben schon im Kindesalter etwas dagegen tun kann, finde das fantastisch.
00:12:50: oder es ist keine große Sache, sind drei Empfungen hintereinander gegen diesen HPV und dann hat man diesen neunzigprozentigen Schutz gegen diese möglicherweise tödliche Erkrankung.
00:13:03: später also wieder als Pediatra haben wir eine gewisse Verantwortung auch für die Gesundheit Die nächsten Generation, natürlich.
00:13:12: Sie
00:13:13: können sich erwachsenen?
00:13:15: Ja, sie legen den Grundstein für das.
00:13:18: Da passt vielleicht gerade eine Frage aus der Community.
00:13:26: Warum gehe ich mit meinem Kind alle Jahre zum Kinderarzt durch Kinderärztin, wenn es gar nicht krank ist die sog.
00:13:32: Jahreskontrolle?
00:13:34: Ist das auch ein Grundsteiläggen eigentlich?
00:13:37: Ich denke auch, es ist Teil dieser präventiven Medizin.
00:13:46: Wenn das Kind frühzeitig erkannt wird mit einer gewissen Entwicklungsverzögerung zum Beispiel dann können sie relativ einfach Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie einsetzen starten und dann weiterführen.
00:14:04: Und eben bei allen diesen Problemen je früher man das erkennt und behandelt umso schneller und besser sind die Ergebnisse vorhanden.
00:14:15: Also es ist schon so natürlich und zum Glück ist es so dass die meisten Kinder diese eigentlich gesund oder meine Onkologischen das in dieser drei hundert pro Jahr Das ist nicht viel Und das ist ein Glück.
00:14:28: Das heißt, die große Mehrheit unserer Kinder und Jugendlichen ist eigentlich gesund.
00:14:35: Die Schwierigkeit ist dass man erkennt diejenigen da darin, die eben nicht so gesund sind und ohne eine genaue Untersuchung eben durch die Kinderärztin oder den Kinderarzt hier in der Praxis erfolgt das in der Regel nicht im Spital.
00:14:50: Das erkennt man nicht, oder?
00:14:53: haben schon die Frage, ist mein Kind wirklich ganz normal?
00:14:57: Dass er jetzt noch nicht spricht zum Beispiel oder so komisch sich ausspricht.
00:15:04: Stimmt da etwas mit dem Laufen oder mit dem Spielen?
00:15:11: und ich denke eben diese Entwicklungsuntersuchungen sind absolut notwendig und da hat auch die Gesellschaft Checklisten dann entwickelt für die verschiedenen Kontrollen.
00:15:21: Im ersten Lebensjahr gibt es mehr als nur eine Kontrolle natürlich, also diese Wiederholzendkontrollen damit man eben frühzeitig die Probleme erkennt und auch die Fragen der Helden beantworten kann.
00:15:33: Dass Kindermedizin immer mehr zu einer präventiven Medizin wird ist das ein positiver oder negativer Entwicklung für den Berufsstand?
00:15:41: Ich
00:15:42: glaube es stimmt.
00:15:43: es ist mehr und mehr eine Präventivmedizin geworden Und das ist eine gute Sache, weil diese Komponente absolut notwendig sind.
00:15:52: Oder wenn man eine klare Erkrankung hat, dann muss sie nicht suchen und frühzeitig erkennen, dass sie da ist.
00:16:03: Beispiel in Chemie oder plötzlich das Kind akut krank.
00:16:07: Jeder und jede merkt es.
00:16:09: Das Kind kommt ins Spital, Diagnose wird gestellt und die Behandlung wird gestartet.
00:16:13: aber eben diese schleichenden Entwicklungsverzögerungen zum Beispiel das erkennt man nicht wenn man das nicht sucht.
00:16:21: also ich glaube Es gibt beides, es gibt beide Komponente.
00:16:25: einerseits gibt es diese präventive Komponenten die eindeutig zugenommen hat und dann Bedeutung gewonnen hat.
00:16:32: Ich glaube ist eine ganz gute Sache, eine wichtige Sache in der Pediatrie Weil wir bereiten die nächste Nation vor oder wie schon besprochen.
00:16:41: Auf der anderen Seite natürlich auch die Behandlung, die bleibt notwendig weil die Kinder einige werden doch krank sogar schwer krank oder haben chronische Krankheiten oder haben seltene Krankheiten und da gab es auch... Wir haben von den Subspezialisierungen gesprochen aber es gibt neue Behandlungsmöglichkeiten.
00:17:02: gezieltere Personalized Medicine ist ein bisschen da auch bei uns ein Thema in Krankheiten, die wir vielleicht vor zehn Jahren gar nicht behandeln konnten oder nur mit sehr toxischen Medikamenten zum Beispiel mit vielen Nebenwirkungen jetzt deutlich genauer angegangen werden können.
00:17:21: Mit neuen Waffen eigentlich und mit weniger Leiden für Kinder- und Jugendlichen.
00:17:26: also ich glaube beide Komponenten gehören der Kindermedizin wie auch der Erwachsenemedizin.
00:17:32: aber für uns Diese präventiven Aspekte sind zentral, denke
00:17:36: ich.
00:17:36: Aber es hat so wie es jetzt den Berufsalltag der Pediater recht verändert?
00:17:42: Sicher!
00:17:44: Insbesondere eben für die Niedergelassenen.
00:17:47: Mit Niedere Gelassenen meinen Sie in einer Praxis?
00:17:50: Die Praxispediaterinnen da in der Schweiz.
00:17:53: Die Idee für sie hat sich die Arbeit... massiv, massiv verändert.
00:17:59: und eben neben diesen präventiven Massnahmen es gibt die ganze Beratung.
00:18:04: Die Familienberatung, die Elternberatungen, die Beratungen Jugendlicher.
00:18:11: Ich glaube das wurde sicher in einem anderen Podcast auch besprochen.
00:18:13: oder aber Schulprobleme, Schulschwierigkeiten nehmen zu.
00:18:20: Das ist unser Eindruck.
00:18:21: Es gibt einige Studien die das belegen Auch in der Schweiz.
00:18:26: Hier spielt auch der Kinderrat eine zentrale Rolle, weil wir im Prinzip die Advokaten dieser Jugendlichen sind.
00:18:37: Praxispediaterinnen haben mehr und mehr zu tun mit Schulen, mit Besprechungen, mit Lebenlehrkräften, Schuldirektionen um gewisse Probleme zu... zu besprechen, zu beherrschen und Lösungen zu finden gemeinsam.
00:18:54: Häufig sind die Lösungen nicht medizinisch schon natürlich sondern wirklich mehr sozialer Natur und so.
00:19:00: aber ich denke zusammen mit diesen anderen Berufsleuten kann man sehr viel bringen und das beschäftigt die Kinderärztinnen sehr sehr viel denke ich.
00:19:14: es ist auch nicht sehr gut eben im Tarif.
00:19:17: dann Man sieht es nicht, dass wir nicht gut haben gedeckt.
00:19:28: Die Zeit, die man einsetzt oder eben für diese Besprechungen rundtischen Gesprächen mit der Schule ... oder auch mit Therapäuten.
00:19:41: Ich glaube, die Kinderärztinnen sind im Zentrum dieser Behandlungsnetzwerke häufig und brauchen vielleicht eben die Logopädin eine School Nurse, vielleicht eine Physiotherapie usw.
00:19:54: Und der Pediatrin koordiniert das Ganze.
00:19:59: Das sind Stunden Arbeit, die aktuell wirklich schlecht abgedeckt sind finanziell gesehen.
00:20:08: Also das bringt nicht sehr viel Geld und es ist sicher eine Schwierigkeit, die so eine Gesellschaft, die Petersilie Schweiz auch angehen muss zusammen mit den Politikern, mit den Finanzieren also Krankenkassen weil sonst werden wir immer weniger Profis haben die eben diese Zeit nehmen.
00:20:33: Ja können wir doch gleich auf die Zukunft sprechen was sie gesehen als Handlungsfelder.
00:20:38: Das wäre etwas, das der Kinderärzt in den Kinderärzte mehr Zeit einräumen oder die Zeit, wo sie mittlerweile für Prävention und Medizin aufwenden müssen, damit es besser bezahlt ist?
00:20:48: Genau!
00:20:49: Und ich glaube da macht Pediatrie Schweiz auch eine ganz wichtige Arbeit mit einer parlamentarischen Gruppe also einige so ausgewählte Parlamentarier vom Nationalrat von Ständekatin Bern ein gutes Ohr haben für Kinder und Jugendliche, für Kindermedizin im Allgemeinen.
00:21:10: Inklusive auch Kinderpsychiatrie weil die mentale Gesundheit ist eine Sorge und ein Challenge für die Zukunft.
00:21:16: also da bringen wir ein bisschen eben diese Themen Auch diese Themen des Tarifs oder?
00:21:24: Weil ich denke, ohne korrekte Tarife werden wir, wenn wir die Kindermedizin nicht weiterentwickeln können.
00:21:31: Wir werden unsere jungen Kollegen ihnen nicht wirklich motivieren können.
00:21:38: Natürlich ist auch nicht nur das Einkommen.
00:21:41: Aber das Einkomen, wenn man in Praxis eröffnet und führt, ist zentral oder sonst kann es nicht.
00:21:46: Es ist ein Unternehmen für Leute im Spital vielleicht etwas anders.
00:21:52: Okay, das Lohn kommt am Ende des Monats im Prinzip.
00:21:56: Aber dort müssen Sie wirklich auch ökonomisch denken und wenn das nicht funktioniert dann werden wir Mühe haben Leute so motivieren für diese ganz wichtige Tätigkeit eben in den
00:22:06: Praxen.
00:22:08: Dazu gibt es sogar einen separaten Podcast zum Thema Warum gibt es wenig Kinderärztinnen?
00:22:16: Sie haben gerade noch gesagt, das ist auch eine Feminisierung.
00:22:19: Ich finde, es steht in diesem ganzen ...
00:22:21: Das ist sicher eine ganz zentrale und auflöchende Entwicklung natürlich während dieser hundertundfünfundzwanzig Jahren.
00:22:31: Viele Männer am Anfang wie in vielen Berufen oder die Frauen immer auf der Seite oder zu Hause und so.
00:22:39: Also heutzutage haben wir etwa, ich würde sagen, seventy-fünftig Prozent, achtzig Prozent Frauen in der Kindermedizin, inklusive auch Kinderpsychiatrie.
00:22:53: Ich finde das sehr gut, es ist eine sehr gute Entwicklung sowohl in den Praxen als bei diesen niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen wie auch in den Spitälern.
00:23:03: Es ist ganz zentral dass Frauen auch vermehrt leitende Funktionen in unseren Spitäler inklusive Unispitaler Professorinnen und so weiter werden, weil sonst fehlt etwas.
00:23:19: Das ist eine ganz gute Entwicklung.
00:23:21: Das Problem ist ein bisschen die Teilzeitarbeit, wobei ich würde das nicht genderabhängig machen.
00:23:27: Ich sehe es auch bei den jungen Männern, dass eben die Kollegen jetzt die neue Generation hat dieses Work-Life Balance, sie sieht diese Work-life Balance etwas anders als die ältere Generation sag' ich mal der ich gehöre und schätzt ein bisschen die Teilzeitarbeit.
00:23:46: Das heißt, es ist eine gute Sache für die Leute selber.
00:23:51: Es ist ein Problem insgesamt für die Versorgung weil man muss natürlich mehr dann Profis haben um einen Alten zu ersetzen Und man sieht diese Gemeinschaftspraxen.
00:24:03: das ist eine Entwicklung die man einfach beobachten kann und im Prinzip eine gute.
00:24:10: Aber wir müssen mehr Leute ausbilden, das passiert.
00:24:15: Ich glaube die Universitäten haben verstanden es ist mehr Grundversorgerinnen gebraucht und in vielen Universitäten hat man die Anzahl an Medizinstudenten erhöht.
00:24:28: Wir haben als Fachgesellschaft das auch erkannt, dass wir dann wenn diese Ärzte ausgebildet sind nach der Uni zu uns kommen und nicht Herz-Girurgen oder Neurok-Gerurgen werden weil sie einfach mehr verdienen sondern die Motivation kriegen für Kindermedizin.
00:24:46: Das spielt unsere Gesellschaft mit dem Weiterbildungsprogramm, den Angeboten auch online diese E-Learning-Programme, die wir aufgebaut haben in den letzten Jahren.
00:24:57: Versuchen wir mehr jüngeren Kollegen ihnen in die Kindermedizin und Kinderpsychiatrie zu ziehen?
00:25:06: Das ist ja etwas, also die Entwicklung der Kindermedizinen im Gesamtkontext von der Medizin.
00:25:12: Das ist eigentlich eine relativ junge Disziplin noch!
00:25:15: Ja, wobei natürlich man kann diskutieren was wirklich die Medizin war.
00:25:23: Also jetzt ohne Kritik zu den eben Kollegen, die damals sich eingesetzt haben.
00:25:29: Und interessanterweise – vielleicht das ist auch etwas interessant wegen den Frauen – der ersten Leiterinnen der Spitälwarenfrauen oder?
00:25:42: Warum ich weiß auch nicht….
00:25:44: Vielleicht hat man gesagt sowieso sterben diese Kinder und man kann sowieso nicht sehr viel tun oder sind eben Kinder.
00:25:50: Frauen können besser damit umgehen.
00:25:54: Was ist interessant zu
00:25:55: sehen?
00:25:56: Ganz am Anfang waren viele Frauen, die sich dann gesetzt haben und diese Kinderspitaler, Kinderabteilungen geführt haben.
00:26:05: Nicht nur auf der Seite der Pflege – dort war es immer weiblicher als männlich – aber auch in der Ersteschaft.
00:26:15: Ich würde gerne noch das letzte Ausblick rein aufs medizinische Game hängen.
00:26:20: dass Kindersterblichkeit sich wahnsinnig verbessert hat.
00:26:23: Gibt es Punkte, wo sie sagen, da muss medizinisch noch etwas passieren?
00:26:27: Also sicher!
00:26:29: Und wir haben noch ganz kurz von der mentalen Gesundheit geredet aber das ist sicher ein Thema und es ist sicher im Moment eine Sorge die wir haben betrifft eher die Jugendlichen als die Kinder, aber ich denke es beginnt schon bei den Jüngeren.
00:26:46: oder man hat immer den Eindruck ja das ist ein Problem der Jugendlichen.
00:26:50: Aber eigentlich... Es ist was man eben wie mit den Vorsorgeuntersuchungen wenn man nicht sucht früher entdeckt man das nicht.
00:27:00: Aber das ist natürlich absolut klar dass man mit mit zwanzig fünfundzwanzig Prozent unserer Jugend Probleme hat in der mentalen Gesundheit.
00:27:09: Man sagt, das hat mit der Covid-Pandemie begonnen.
00:27:13: Ich glaube es war wahrscheinlich schon etwas unterirdisch vorhanden vorher.
00:27:17: Es wurde einfach ins Licht gebracht und man hat das erkannt zu diesem Zeitpunkt.
00:27:23: Und man hat dann natürlich auch parallel erkannt dass wir an Spezialisten fehlen oder es gibt auch einen Mangel dort in der Kinderpsychiatrie und Psychologie.
00:27:36: Das ist nicht direkt unsere Gesellschaft, sondern unsere Fachgesellschaft.
00:27:40: Aber es gibt eine besondere, die sich eben mit Kinderpsychiaterinnen kümmert und das ist eine Entwicklung, die wir beobachten müssen.
00:27:50: Es hat ein bisschen jetzt wieder ... Das hat sich stabilisiert würde sagen diese Probleme.
00:27:55: Aber man sieht in den Schulen dann eben die Gewalze, die da entstehen kann.
00:28:01: Das Mobbing auch zwischen den Jugendlichen selber oder... diese Aggressivität, die zunimmt Einfluss der Medien, der Social Media oder mit eben dieses Bashing und so weiter.
00:28:17: Da gibt
00:28:17: es eine
00:28:18: ganz neue Probleme eigentlich.
00:28:20: Ich sage nicht Krankheiten weil ich denke es sind mehr Probleme als Krankheiten aber die wir einfach... kennen und müssen, oder?
00:28:29: Und wir müssen uns darum kümmern.
00:28:31: Zum Thema soziale Medien gibt es dann eine separate Podcast-Polizei gar noch, aber zu der psychischen Gesundheit ist also eigentlich ist das ihre Verantwortung auch ein bisschen als pediatrisch weit mit allen Pediaterinnen und Pediatoren, die da im Alltag bemerken und dann das meldet zum Irgendwie aktiv werden.
00:28:48: Genau!
00:28:49: Nein, das ist wieder ... eher in der Praxis da, muss das erkennen.
00:28:55: Weil das ist die erste Person häufig, die mit diesem jugendlichen Kontakt kommt und es ist häufig auch die Erste Person, mit der die Jugendlichen selber sprechen oder das Gespräch suchen, häufig nicht so direkt.
00:29:11: die sprechen das nicht direkt an, sondern eben ein bisschen so unterirdisch.
00:29:16: Ein bisschen kaschiert vielleicht mit anderen Wörtern oder Aussagen manchmal Zeichnungen und ich glaube jetzt ganz wichtig ist man das eben erkennt als Grundversorger und dann natürlich den Ball an Spezialisten weitergibt.
00:29:30: Und Sie als Fachgesellschaft sind denn eigentlich zuständig zum Alarmschlag?
00:29:34: Wenn ganz viele von Ihnen Mitgliedern sagen Achtung gefahrt, dann werden sie ja aktiv.
00:29:39: Genau, das stimmt.
00:29:41: Und eben diese Gefahrmeldungen machen wir auch in die Politik zu bringen weil da braucht es genau wie in der Kindermedizin sonst eine Entwicklung.
00:29:55: Es braucht mehr Spezialisten und wir müssen mehr Leute ausbilden.
00:30:00: Das kostet natürlich, ist das Hauptproblem Aber ich glaube, es ist eine wichtige Task-Aufgabe der Pediatrie Schweiz.
00:30:10: Das zu bringen und nicht einfach zu verstecken oder versuchen das Problem allein zu lösen.
00:30:16: Das würden wir alleine nicht machen können.
00:30:18: Können Sie mir die drei grossen Herausforderungen sagen, wo Kindermedizin aktuell drinsteht?
00:30:23: Ja so zusammenfassend.
00:30:24: Ich glaube die drei Hauptchallenges sind sicher einerseits eben die Tarife dann der Fachkraftmangel denn wir beheben müssen und dann eben den Blick auf die mentale Gesundheit der Jugendlichen.
00:30:41: Vielen Dank für die viele Infos und fürs Engagement hervonderweit!
00:30:45: Das war Stark Für Kinder, Podcast zum Kindswohl mit Anja Knabenhans.
00:30:51: Weitere Folgen findest du überall wo es Podcast gibt.
00:30:55: Infos zu Pädiatrie Schweiz und zur Jubiläum gibt es auf pädiatrischweiz.ch.
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